Mila

Etwa dreieinhalb Wochen dauerte es, bis die täglich mehrstündige Arbeit von Tierschützern endlich erfolgreich war und eine streunende, sehr scheue Hündin in Mannheim eingefangen werden konnte. Das vermutlich aus Osteuropa stammende Tier ist zwar mit einem Chip gekennzeichnet, jedoch ist die Chipnummer nicht registriert. Ein Tierhalter hat sich bislang nicht gemeldet. Erstmals gesehen wurde sie in Mannheim bereits am 30.07.2016.

Es wurde mit großem Aufwand versucht, die Hündin zu fangen, da das Tier ständig den Gefahren des Straßenverkehrs ausgesetzt war und sich auf Dauer nicht alleine versorgen konnte. Anfängliche Versuche des Anlockens mit Futter und anderen Hunden blieben genauso erfolglos wie der Einsatz einer Lebendfalle. Recht schnell wurde klar, dass sie wohl das Leben auf der Straße gewohnt war und deshalb geschickt allen Versuchen aus dem Weg ging.

Mila während einer Sichtung
Eine weitere Sichtung.
Sichtung von Mila mit einer entsprechend installierten Nachtkamera

Man hatte der jungen Hundedame inzwischen den Namen Mila gegeben. Die kleine Mischlingshündin wurde von ihrem ersten Revier auf der Friesenheimer Insel vermutlich durch einen Fangversuch von Dritten verscheucht und lief in der Nacht vom 04.09. auf 05.09.16 so aufgehetzt bis nach Feudenheim. Über die sozialen Medien baute sich eine regelrechte Fangemeinde auf. Das Team vor Ort wurde rund um die Uhr mit Sichtungen versorgt, um Aufenthaltsorte und Laufwege zu analysieren. Nicht zuletzt durch die Mithilfe einiger engagierter Anwohner, die das Team beim weitläufigen Verbreiten der Nachricht “Nicht füttern, nicht locken/hinterher laufen, Sichtungen melden” unterstützte. Es gingen per Anruf, SMS und WhatsApp so fast 500 Meldungen ein, die dazu beitrugen, strategisch günstige Futterstellen einzurichten. Letztlich gelang es, sie im Wohngebiet einige Tage an eine der Futterstellen zu gewöhnen. Inzwischen war allen Beteiligten klar, dass Mila nur mit einem Betäubungsgewehr narkotisiert und somit gesichert werden kann.

Google Maps Karte mit den Sichtungen von Mila

Google Maps Karte mit den Sichtungen von Mila

Die besten Voraussetzungen hierfür bietet Heino Krannich, der auch ständig wegen entlaufener Tiere für Tierparks in ganz Deutschland unterwegs ist. Doch die weite Anfahrt und der Einsatz sind nicht billig. So trat der Tierschutzverein Mannheim mit etwa 900,- € in Vorkasse. Die Ausgaben haben sich rentiert. Nach den aufwendigen und mühevollen Vorbereitungen des Teams unter telefonischer Anleitung von Herrn Krannich, gelang es bereits am ersten Abend nach seiner Ankunft, die Hündin mit dem Spezialgewehr zu treffen und zu betäuben.

Jetzt ist Mila im Tierheim. Sie wurde gleich tierärztlich untersucht und behandelt und wird wahrscheinlich bald ein neues Zuhause mit Erfahrung im Umgang mit Angsthunden suchen. Doch zuerst muss sie lernen, Menschen zu vertrauen und an der Leine zu gehen. Auch wird sie weiter vom Tierarzt beobachtet und ggf. betreut.

Mila schläft
Gruppe mit Mila
Mila im Tierheim

Der Tierschutzverein hofft nun, dass ein Teil der Kosten über Spenden abgedeckt werden kann und würde sich über solche Zuwendungen freuen. Sollte mehr als der genannte Betrag eingehen, so wird das Geld ausschließlich für Mila verwendet.

Spenden können unter dem Stichwort „Mila“ auf das folgende Konto überwiesen werden:

Tierschutzverein Mannheim
IBAN: DE03 6705 0505 0039 1365 38
BIC: MANSDE66XXX

Wir bedanken uns bei allen Tierfreunden, die uns bei dieser Aktion unterstützt haben und noch weiter unterstützen.

Tierheim Mannheim