Protestschreiben des Landestierschutzverbands Baden-Württemberg e.V. vom 22.11.18

Der Tierschutzverein Mannheim und Umgebung e.V. unterstützt das folgende Protestschreiben des Landestierschutzverbands Baden-Württemberg e.V. vom 22.11.18 in vollem Umfang!

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22. November 2018
Pressemitteilung

Was ist Tierschutz hierzulande eigentlich noch wert?

Die Bundesregierung plant aus rein agrarwirtschaftlichen Interessen eine Verlängerung der betäubungslosen Ferkelkastration, obwohl diese grausame Praxis eigentlich schon längst verboten sein müsste.

Tierärzte, Wissenschaftler und Tierschützer sind empört, denn längst gibt es tierschonende Alternativen. Auch der baden-württembergische Landesbeirat für Tierschutz hat sich in seiner letzten Sitzung einstimmig gegen die Fortsetzung der betäubungslosen Kastration von Ferkeln ausgesprochen.

Im Dezember will der Bundestag über das Schicksal von Millionen Ferkeln endgültig entscheiden. Die Bundestagsabgeordneten sind aufgefordert dieser „erlaubten Tierquälerei“ endlich ein Ende zu setzen.

Seit 2002 ist der Schutz der Tiere über Artikel 20 a im Grundgesetz verankert und wurde damit zur Staatszielbestimmung. Im Grundsatz des Tierschutzgesetzes steht ganz klar, dass niemand einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen darf. Das Abschneiden der Hoden und Samenstränge neugeborener Ferkel bei vollem Bewusstsein ist zweifelsohne ein höchst schmerzhafter Eingriff, der demnach so keinesfalls mehr durchgeführt werden dürfte.

Obwohl das Tierschutzgesetz derartige „Amputationen“ eigentlich schon lange verbietet, wurde den Schweinezüchtern hierzulande 2013 noch eine fünfjährige Übergangsfrist eingeräumt, um alternative Methoden in der Schweinemast zu etablieren. Doch nichts ist passiert.

Die längst bestehenden – und weltweit in vielen Ländern bereits etablierten – Alternativen (Immunokastration mittels Impfung, Ebermast, Kastration unter Narkose und anschließender Schmerzmittelgabe) werden von der Agrarindustrie als zu teuer und daher nicht praktikabel abgelehnt. Stattdessen fordert die Agrarlobby jetzt von der Politik die Erlaubnis zu einer Verlängerung dieser Tierquälerei über eine entsprechende Änderung des Tierschutzgesetzes.

Stefan Hitzler, Vorsitzender des Landestierschutzverbandes fragt sich was „Tierschutz“ in Deutschland eigentlich noch bedeutet: „Fünf Jahre Zeit, um neue Wege zu gehen und statt endlich, aus der betäubungslosen Kastration von Ferkeln auszusteigen, ignoriert die Regierungskoalition das Tierschutzrecht und plant durch eine Gesetzesänderung eine Verlängerung um weitere zwei Jahre. Hier werden die wichtigsten Tierschutzgrundsätze ohne Zögern rein wirtschaftlichen Interessen untergeordnet. Was bedeuten gesellschaftliche Werte wie Tierschutz hierzulande eigentlich, wenn sie immer wieder hinter wirtschaftlichen Interessen zurücktreten müssen?“

Dabei gibt es triftige Argumente gegen die vorgesehene Verlängerung. So vertritt die Tierärzteschaft mehrheitlich die Auffassung, dass die Immunokastration eine ausgesprochen gute und praktikable 2 Lösung darstellt.

Auch das renommierte FLI (Friedrich Löffler Institut) kommt in einer aktuellen Stellungnahme zu dem Schluss, dass die Impfung gegen Ebergeruch, der tierschutzfachlich beste Weg ist.

Anerkannte Rechtsexperten halten eine weitere Verlängerung der betäubungslosen Ferkelkastration sogar für verfassungswidrig, da andere Möglichkeiten zur Verfügung stehen.

Und nicht zuletzt die Tierschützer verweisen auf längst praxisreife Alternativmethoden. Die Tierschutzverbände gehen noch einen Schritt weiter und setzen sich schon seit langem dafür ein, neue Wege in der so genannten „Nutztierhaltung“ einzuschlagen und auf Manipulationen an Tieren, mit dem Ziel, sie an nicht tiergerechte Haltungssysteme anzupassen, endlich zu verzichten. Stattdessen sollten die Haltungssysteme gemäß den Bedürfnissen der Tiere umgestaltet werden.

Sogar die Mitglieder im baden-württembergischen Landesbeirat für Tierschutz haben sich in ihrer letzten Sitzung am 25. Oktober hinter einen Beschlussvorschlag des Landestierschutzverbandes gestellt und einstimmig dafür plädiert, die betäubungslose Ferkelkastration – wie vorgesehen – zum 31.12.2018 zu beenden und einer Aufweichung des Tierschutzgesetzes nicht zuzustimmen.

Stefan Hitzler nimmt dieses Votum aus aktuellem Anlass erneut auf und fordert mit Nachdruck von den Bundestagsabgeordneten, die letztendlich in dieser Sache entscheiden werden:

„Recht darf nicht vor Unrecht weichen! Tieren unnötige Schmerzen zuzufügen, um 3 – 5 € pro Tier zu sparen, ist für eine moderne, fortschrittliche und gebildete Gesellschaft nicht akzeptabel. Als Bundestagsabgeordnete fordern Sie von den Bürgern Werte zu leben? Sie stimmen nun aktiv über Werte ab – zeigen Sie, dass Tierleid nicht durch wirtschaftliche Interessen gedeckt werden darf – stimmen Sie gegen diese Verlängerung. Es ist Zeit JETZT damit aufzuhören“.


Über den Deutschen Tierschutzbund, Landesverband Baden-Württemberg e.V.
Der Landestierschutzverband Baden-Württemberg ist der Landesverband des Deutschen Tierschutzbundes und bildet den “Dachverband” von über 100 Tierschutzvereinen in Baden-Württemberg. Unsere Aufgabe ist es unter anderem, mithilfe von Öffentlichkeitsarbeit und Kampagnen, der Mitarbeit in Gremien und einem umfassenden Informations- und Beratungsservice für unsere Mitglieder einerseits und die breite Öffentlichkeit andererseits, den Tieren eine Stimme zu geben. Jedes Mitgeschöpf hat Anspruch auf Unversehrtheit und ein artgerechtes Leben. Wir wollen, dass dieser Anspruch für alle Tiere verwirklicht wird – in der Landwirtschaft, der Forschung, im Privathaushalt und wo immer der Mensch mit Tieren Umgang hat.

Pressekontakt
Geschäftsstelle des Landestierschutzverband Baden-Württemberg e.V.
Unterfeldstr. 14 B
76149 Karlsruhe
Tel.: 0721 704573
Fax.: 0721 705388
E-Mail:
Website: http://www.landestierschutzverband-bw.de/ltsv/

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Empfehlung: Reportage von arte “Re: Höllenhunde – Wie gefährlich sind Pitbull und Co?”

In der Mediathek des Fernsehsenders arte ist noch bis 16.02.2019 eine sehr sehenswerte Reportage mit dem Titel “Re: Höllenhunde – Wie gefährlich sind Pitbull und Co?” abrufbar. In diesem Beitrag wird sachlich u.a. über die Themen Gefahrhunde und Hundeschmuggel berichtet.

Sie finden den Videobeitrag unter folgender Adresse:
https://www.arte.tv/de/videos/079474-051-A/re-hoellenhunde/

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Tag der offenen Tür 2018

Es war ein wunderbarer Tag der offenen Tür. Perfektes Wetter und gute Laune. Wir bedanken uns bei allen Ausstellern, Gästen, Helfern und jedem weiteren Tierfan der involviert war. Bilder vom Event finden Sie auf Facebook in der eigens dafür angelegten Galerie (hier bitte klicken).

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